Aus Himbeergeist wird Brand – doch wo liegt der Unterschied?

Williamsbrand, Pflaumenbrand, Apfelbrand, Kirschenbrand & Himbeergeist. Dies waren über viele Jahre unsere klaren Fruchtspirituosen. Mit den neuen Etiketten hat sich auch diesbezüglich etwas verändert. Denn der «Studer Himbeere» ist neu kein «Geist» mehr sondern ein «Brand».  Handelt es sich dabei nur um ein Wortspiel oder steckt mehr dahinter?

Oft werden «Brand» und «Geist» als Synonym verwendet bzw. als dasselbe Produkt angesehen. Die Bezeichnung als «Geist» oder «Brand» liegt jedoch nicht im Ermessen des Herstellers, sondern ist aufgrund der Herstellung klar definiert:

Obstbrand

Beim Obstbrand werden z.B. unsere Walliser Williams-Birnen eingemaischt. Der Alkohol entsteht bei der Vergärung aus dem Zucker der Früchte. Bei passender Gärung wird «gebrannt». Das Aroma entstammt hierbei ausschliesslich der sortenreinen Fruchtmaische.

Für bestimmte Früchte, vor allem Beeren (Himbeere, Brombeere, Erdbeere…), ist es zulässig im Gärungsprozess 20 Liter Neutralalkohol pro 100 kg eingemaischter Früchte oder Beeren beizumischen (Verordnung des EDI – Artikel 78).

Zusatzinfo: Bei einem Brand wie auch bei einem Geist dürfen nur die entsprechenden Früchte verwendet werden. Es ist nicht zulässig, andere Obstsorten beizumischen.

Obstgeist

Bei einem Geist werden die Früchte für einen bestimmten Zeitraum in geschmacksneutralen Alkohol eingelegt. Im Gegensatz zum Brand gibt es hier keine Beschränkung wieviel Neutralalkohol dabei zugemischt wird. Das Aroma der Frucht geht hierbei in den Alkohol über. Abschliessend wird die Mischung destilliert. Da das Aroma der Frucht «entzogen» und in den Neutralalkohol übertragen wird, spricht man von einem «Geist».

Zusatzinfo: Ein Geist wird meist aus zuckerarmen Beerenfrüchten hergestellt. Der bekannteste Vertreter ist dabei der Himbeergeist.

Trotz den Unterschieden in der Herstellungsart: als Digestif eignen sich beide Produkte hervorragend. In den letzten Jahren haben sich auch Barkeeper*innen den Obstbränden angenommen und spannende Cocktail-Rezepte kreiert. So eignet sich der Studer Himbeerenbrand z.B. auch als Zugabe in einen «Mojito».

Der Himbeer-Mojito,
Rezept von Alexander Mayer, One Trick Pony Freiburg.

3 cl Rum (1653 Old Barrel Rum)
3 cl Himbeerenbrand (Studer Himbeere)
3 cl Limette
2-3 Barlöffel Zucker
10 Minzblätter
Mineralwasser

Zubereitung: Der Drink wird wie ein klassischer Mojito im Glas gebaut: Minze mit Limette und Zucker im Glas vorsichtig andrücken und etwas verrühren. Rum und Himbeerenbrand dazu geben und mit Eis auffüllen, kalt rühren und mit Mineralwasser toppen.

Tipps zur Lagerung

  • Obstbrände und Spirituosen sollten stets gut verschlossen, dunkel & kühl aufbewahrt werden.
  • Die Flaschen müssen immer stehend und nicht liegend, wie beim Wein, gelagert werden.

Habt Ihr möglicherweise «brennende» Fragen zu unseren Spirituosen? Dann kontaktiert uns unter info@distillery.ch. Gerne beantworten wir eure Fragen direkt oder als Beitrag in diesem Blog.

Unsere Bränd