Glossar

Über Wein weiss, so scheint es zumindest, die ganze Welt Bescheid. Oder wenigstens die halbe. Bei Destillaten liegt der Sachverhalt, um es gelinde auszudrücken, ein kleinwenig anders. Hier kennt sich, von einigen Profis einmal abgesehen, niemand wirklich aus. So sieht es aus. So sehen wir das. Das wollen wir ändern.

Falls jetzt der Eindruck entstanden ist, wir wüssten alles und das, im Verhältnis zu anderen, auch noch besser, führt das ein wenig zu weit. Letzten Endes gibt es immer jemanden, der besser ist. Zumindest aber räumen wir mit Klischees auf, stellen alte Denkmuster in Frage, machen Nebulöses begreiflich, geben Empfehlungen weiter und stehen Ihnen mit einleuchtenden Tipps zur Seite.

Aperitif

Der Aperitif ist der stimulierende Schluck Alkohol vor dem Essen und das Pendant zum Digestif.

Er soll den Appetit anregen, mit der Mahlzeit harmonieren, darf weder ermüden noch die Esslust vertreiben. So besagt der Lehrsatz. In der Praxis hilft er die Zeit zu vertreiben, macht bei gesellschaftlichen Anlässen die Gäste miteinander bekannt, trägt zur Entspannung bei und schafft eine gesellige Atmosphäre. Nicht, dass man jetzt meint, das funktioniere nur mit Alkohol. Tut es nicht. Doch die Fähigkeit, Unsicherheiten abzubauen, Menschen zu verbinden und sie lustvoll auf ein kulinarisches Ereignis vorzubereiten spricht klar für den Aperitif. Ausserdem sind, ganz ehrlich, «blau wie ein Veilchen» oder «sturzbetrunken» nicht die Zustände, die einem in den Sinn kommen, wenn man an die Apéro-Zeit denkt. Dasselbe, um den Kreis zu schliessen, gilt für den Digestif.

Awards

Regelmässig werden unsere Brände prämiert und nicht selten mit Höchstauszeichnungen belohnt. Diese Ehrungen stehen national wie international für Qualität und Kontinuität; sind für uns Bestätigung und Motivation zugleich. Und das offizielle Zertifikat, zu den besten Brennereien der Welt zu gehören. Eine grosse Ehre, finden wir, und zugleich eine Verantwortung, der wir uns gerne stellen. Tag für Tag. Immer wieder aufs Neue.

Barrique

Ob Wein, Whisky, Rum oder andere Destillate: Eichenfässer sind über lange Zeit der Ort, wo die feinen Tropfen lagern und reifen. Wo über Geschmack und Farbe entschieden wird. Eichenholz besitzt den Vorteil, dass es leicht durchlässig ist und dadurch Luft zirkulieren kann. Dies fördert den Reifeprozess. Eine weitere Eigenschaft des Holzes ist der natürliche Gehalt an Tanninen, welcher das Bouquet der Fülllung beeinflussen kann.

Die Distillerie Studer verwendet hierzu, ganz nach traditionellen Gepflogenheiten, ausschliesslich Barriques mit einem Inhalt von 125 und 228 Litern. Neue Fässer werden in der Regel nur kurzfristig verwendet. Eine längere Lagerung würde den Spirituosen eine zu intensive Holznote aufdrücken. Mehrheitlich werden alte und gebrauchte Eichenfässer eingesetzt um dabei, ganz nach Lust und Laune, die aromatische Besonderheit der vorangegangenen Füllung auf die nächste zu übertragen.

Charakteristik

So verschieden wie die Geschmäcker sind, so sonderbar kann es klingen, wenn versucht wird, über den Charakter seiner Produkte zu referieren. Klar ist, dass wir sie alle für gut befinden und auf jedes einzelne stolz sind. Die Eigenschaften hingegen mit einer Vielzahl von Adjektiven beschreiben zu wollen, wäre falsch – und ungesund. Selbstverständlich nicht für Leib und Seele, für die Lesbarkeit einer Beschreibung hingegen schon. Und das wollen wir nicht. Was wir jedoch wollen ist, dass Sie sich ein eigenes Bild machen und, falls Sie Lust dazu haben, uns Ihre persönlichen Gutachten zukommen lassen. Quasi frei von der Leber weg. Darüber wären wir sehr erfreut.

Das richtige Glas

Das ideale Glas ist schlicht, hat einen langen Stiel und eine bauchige Tulpenform. Was wir, gelobt seien anwendungsbezogene Tatsachen, auf folgende Argumente stützen:

Dem Liebhaber von edlen Bränden geht es nicht darum, Firlefanz zur Schau zu stellen, sondern um Genuss. Und weil dem so ist, hält er das Glas am Stiel und nicht am Bauch. So vermeidet er unschöne Fingerabdrücke und die Temperatur wird ebenfalls nicht ungünstig beeinflusst. Das will nämlich niemand. Was hingegen gewollt ist: die Fülle der Aromen soll zu Geltung kommen. Und zwar mit Wucht. Ein tulpenförmiges Glas, für das geballte Aufsteigen des Bouquets ideal, ist unsere Empfehlung. Lehrbuchmässig ist das nicht, schon klar, dennoch hat dieser Ansatz Hand und Fuss.

Digestif

Der Digestif ist das Gegenstück zum Aperitif und wird nach dem Essen gereicht. Die Meinung, Alkohol wirke verdauungsfördernd, ist so verbreitet wie falsch. Das Gegenteil ist der Fall: Alkohol macht träge, auch den Magen, und bremst die Verdauung aus. In Tat und Wahrheit ist die gefühlte positive Wirkung nach dem «Verdauungsschnaps» ein reiner Placebo-Effekt.

Trotzdem, auch das ist ungelogen, kann sich ein Kräuterschnaps günstig auf die Verdauung auswirken. Darin enthaltene Bitterstoffe regen die Magenschleimhaut dazu an, Säure freizusetzen. Diese kann die Vorverdauung der Speisen vereinfachen. Aber, um auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen, ein Espresso kann das genauso gut.

Herstellungsverfahren

Seit jeher arbeiten wir mit der Pot-Still-Technik. Dieses diskontinuierliche Verfahren, also eines mit Unterbrechungen, erfolgt in zwei voneinander unabhängigen Brennvorgängen, ist zeitaufwendig und kostenintensiv. Gegenüber dem kontinuierlichen Brennen bringt es aber klar die besseren Ergebnisse. Und exakt daran orientieren wir uns.

Produktherkunft

Transparenz von der Wiese bis in den Handel. Darauf legen wir Wert. Nimmt man es genau, können wir jede Birne, jeden Apfel, jede Himbeere und Pflaume bis zum Anbauer zurückverfolgen. Alles Obst stammt aus der Schweiz und auch bei den Gewürzen und Kräutern bevorzugen wir den heimischen Anbau, soweit das möglich ist. In jedem Fall arbeiten wir ausschliesslich mit Partnern zusammen, die uns beste Qualität garantieren und in der Wertschöpfungskette auf Sorgfalt achten. Was auch immer Sie dazu gerne wissen möchten, fragen Sie uns. Wir machen aus der Herkunft unserer Ingredienzen kein Geheimnis.